Dienstleistungen im Technologiescouting

Ein Scouting-Prozess besteht aus mehreren Schritten und umfasst ein Dienstleistungspaket beginnend bei der Zieldefinition des Unternehmens bis hin zur Vertragsentwicklung zwischen den Akteuren.

Inhalt

Konkret umfasst der Scouting-Prozess nachfolgende Punkte:

1. Zieldefinition

In einem ersten Schritt werden durch den Auftraggeber bereitgestellte Informationen gesammelt. Randbedingungen und Anforderungen an die zu suchende Technologie und den Technologieinhaber werden festgelegt. Zudem wird der Stand der Technik festgehalten. Dieser beinhaltet bereits getätigte Recherchen durch den Auftraggeber, welche Technologieanbieter bereits kontaktiert wurden etc.

2. Technologiefeldanalyse

In einer Technologiefeldanalyse erfolgen die Recherche zu Technologien und die Identifikation der zugehörigen Entwickler. Gefundene Technologien und Technologieinhaber (sogenannte Targets) werden außerdem bewertet und kontaktiert, um den aktuellen Stand der jeweiligen Entwicklung zu erfragen. Die Ergebnisse werden dann gegenübergestellt. Der Auftraggeber bleibt bis hierhin für die Targets anonym.

3. Bewertung

Wird im Anschluss an die Bewertung eine Aussicht auf Lizenzierung erwartet, kann der Scouting-Prozess weitergeführt werden. Als nächster Schritt werden die Targets angesprochen und die Möglichkeit bzw. das Interesse an einer Kooperation diskutiert. Besteht Interesse von Seiten des Targets, werden in einem Termsheet Rahmenbedingungen im Vorfeld einer Vertragsentwicklung festgehalten.

4. Unterstützung

Der letzte Schritt des Dienstleistungspaktes umfasst die Unterstützung von Target und Auftraggeber bei Lizenzierung und Vertragsverhandlungen.

Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens sicherzustellen ist das Ziel jeder Unternehmensstrategie. Dafür ist es nötig zukünftige Entwicklungen abschätzen zu können. Dabei kann das Technologie-Scouting, als Teil des Innovationsmanagements, viele Türen öffnen.
Nimmt ein Unternehmen die Vorreiterrolle für eine neue Technologie ein, bietet dies einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Das Unternehmen fungiert damit als marktformender Pionier. Im besten Fall agiert das Unternehmen eine Zeit lang sogar konkurrenzfrei.
 

Durch Technologie-Scoutings kann jedoch auch die Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen gefördert werden. Im Jahr 2019 waren an deutschen Hochschulen rund 150.000 Mitarbeiter in der Forschung & Entwicklung tätig. Häufig verhelfen zwar die dabei gewonnen Erkenntnisse dem Forscher zu einem Doktortitel, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und manchmal auch Patenten. Doch darüber hinaus haben die in jahrelanger Arbeit entstandenen Ergebnisse meist wenig praktischen Nutzen. Die Lücke zwischen der Grundlagenforschung an Instituten und Hochschulen und einer industriellen Anwendung schließen so genannte Technologiescouts. Diese haben sich den Wissenstransfer von der Theorie in die Praxis zur Aufgabe gemacht.
 

 


Ein frühzeitiges Erkennen neuer Trends ermöglicht es, das Unternehmensmodell rechtzeitig zu überarbeiten und anzupassen.


 

Gerade in etablierten Unternehmen wird dieser Umstand häufig unterschätzt. Generell besteht ein Trend abnehmender Risikobereitschaft großer Unternehmen. Diese scheuen sich zunehmend in langfristige Entwicklungsprojekte zu investieren. Beispielhaft hierfür ist die Automobilindustrie.
Neue Technologien und Innovationen, die das Unternehmen entlang der eigenen Kernkompetenz bestärken, können mit Hilfe eines Technologiescoutings zwar mit einem höheren Kapitaleinsatz, aber gleichzeitig hoher Chance der Integration implementiert werden.
 

 


Die Folgen eines ungenügenden Innovationsmanagements können am Beispiel der Firma Kodak abgeschätzt werden. Kodak, einst Vorreiter im Bereich der Fotografie, setzte im schnell wachsenden Markt der digitalen Kameras auf die falschen Technologien, so dass eine spätere Insolvenz die Folge war.



 

Innovativen jungen Unternehmen und Start-ups fehlt es oft an Kapitalkraft, um mit ihren Innovationen Fuß zu fassen. Sie profitieren vom Technologiescouting, indem eine Verbindung zu namhaften Unternehmen oder Business Angels hergestellt werden kann. Überzeugt die Innovation des Start-ups mit einem nachhaltigen Business Modell, erlaubt bereitgestelltes Wagniskapital oder der Technologie-Transfer die weitere Entwicklung der Innovation.
 

Des Weiterem kann ein Technologiescouting zur Etablierung eines Kooperationsvorhabens zwischen einem Unternehmen und einem Forschungsinstitut oder einer Hochschule eingesetzt werden. Derartige Kooperationen bieten seitens der Hochschule beispielsweise die Möglichkeit, verstärkten Praxisbezug in die Ausbildung zu integrieren.

Michael Schaub

CEO, IP- und Mobility-Experte

SCHÖPFEN SIE DAS POTENTIAL IHRES GEISTIGEN EIGENTUMS voll AUS!