Schutzrechte in der Mobilität

Das erste Patent der Welt wurde für eine Anwendung in der Logistik erteilt und auch eines der größten Unternehmen in Deutschland für Mobilitätslösungen hat bereits 1886 Schutz für eigene Lösungen beantragt.

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Alleinstellungsmerkmale im Großen aber auch im Kleinen sind wichtig für den Erfolg im Markt. Der Mobilitätsmarkt der Zukunft steht vor einem großen Umbruch ist in allen Bereichen internationaler und wettbewerbsintensiver geworden.

Schutzrecht

Es entwickeln sich vollständig neue Produktplattformen, die Nutzern von Mobilität ein deutlich größeres Angebot bieten. Scooter, E-Bikes, E-Autos, Pedelecs, Züge, E-Copter und Flugtaxis elektrisch betrieben, sind nur Beispiele für die Vielfalt der Produkte, die entstehen. Viele davon sind leider nicht von deutschen Anbietern. Da auch hier die Entwicklungszyklen und -kosten durchaus signifikant sind und die Zeit der Alleinstellung mit den Produkten Erträge zu erzielen können kurz sein könnte, sollte eine gewisse Zeit der Exklusivität im Markt das Ziel bei der Produkteinführung sein. Hierbei kann der Markenschutz, der Patentschutz oder Schutz des Produktdesign nützen. Auch für Softwarelösungen gibt es mittlerweile intelligente Schutzrechtslösungen, die Wettbewerbern den Eintritt in den Markt erschweren können. 

Mercedes Benz ist der Wert von Marken, Patenten und Designs und deren wirtschaftliche Nutzung für so wichtig, dass sie eigene Tochtergesellschaft die Daimler Brand & IP Management GmbH & Co KG dafür gegründet haben. Alle Patent, Marken und Design-Rechte sind hier zusammengefasst worden.

Dennoch gibt es auch alternative Vorstellungen. Tesla hat sein Patentportfolio zur Nutzung aller freigegeben. (https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/elektroautohersteller-tesla-gibt-seine-patente-frei-12987717.html

Über die Ziele kann nur spekuliert werden. Zur sehr erfolgreichen Einführung der eigenen Produktplattform könnte nun der strategische Ansatz für Freigabe sein, die eigene Plattform zum Industriestandard werden zu lassen, um noch mehr Einfluss auf die weitere Entwicklung von E-Mobilitätsprodukten zu bekommen. In anderen Branchen sind auf ähnliche Weise bereits Standards entstanden. In Medien- und Kommunikationsindustrie haben Indsutriestandards auf der Basis von IP-Pools zu standardisierten Schnittstellen geführt. (USB, Micro-USB, MP3, VHS, usw. ) Im Banknotensegment sind so allgemeingültige relevante Sicherheitsstandards entstanden. In allen Fällen waren die Unternehmen, die den Standard mitgestaltet haben, immer sehr erfolgreich bei der Vermarktung des eigenen Produktportfolios. Schon bei der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität ist der fehlende Weitblick der Industrie zu erkennen. (https://incharge.vattenfall.de/wissens-hub/articles/stecker-abc-die-passenden-steckertypen-fuer-ihr-elektroauto/?gclid=EAIaIQobChMI4dOzhu6e8QIV1fZRCh0QjQXIEAAYAiAAEgLC_fD_BwE)

Keine Standards bei Steckern, Ladesäulen, Abrechnungssystemen und fehlende übergreifende Geschäftsmodelle erzeugen Frust bei Anwendern und fördern in keinster Weise eine breite Markteinführung. Damit das nicht missverstanden wird, aber es geht nicht um die kostenfreie Nutzung von geschützten Technologien, Es geht um eine offene Lizenzierung, die dem Lizenzgeber zusätzliche Einnahmen generieren und den Lizenznehmern einen breiteren Marktzugang ermöglichen. So könnte eine Disruption in einem Geschäftsumfeld für viele Marktteilnehmer einen Mehrwert bringen.

 

Was bringt IP Management für ein Unternehmen wirschaftlich

Ein stetiger Fluss von neu entstehenden Ideen in Unternehmen ist für Entwickler und Unternehmen Erfolg und Motivation gleichermaßen. Apple, Google, Tesla, Mercedes Benz gehörten in den letzten Jahren zu den innovativsten Unternehmen im Mobilitätssektor. Vollelektrische Antriebe für PKW und LKW, wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge und autonome Fahrzeuge sind Beispiele dieser Innovationsfähigkeit. Viele dieser Entwicklungen sind geschützt worden und können bewertet auch Teil der Unternehmensbilanz und damit der Vermögenssteigerung der Unternehmen sein. Allein der Markenwert dieser Unternehmen trägt heute signifikant zur internationalen Bewertung der Unternehmen bei. Jedes Jahr werden die wertvollsten Marken durch das US-Unternehmen Brand Finance gekürt. IP-Schutzrechte tragen zum finanziellen Erfolg der Unternehmen bei, wenn das Management konsequent durchgeführt wird. Dazu gehört die Überwachung von Verletzungen durch Wettbewerber bei Marken, Patenten und Designs. Damit wird die Exklusivität gesichert und Exklusivität sorgt für deutlich höhere Deckungsbeiträge beim Produktverkauf.

 

Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens sicherzustellen ist das Ziel jeder Unternehmensstrategie. Dafür ist es nötig zukünftige Entwicklungen abschätzen zu können. Dabei kann das Technologie-Scouting, als Teil des Innovationsmanagements, viele Türen öffnen.
Nimmt ein Unternehmen die Vorreiterrolle für eine neue Technologie ein, bietet dies einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Das Unternehmen fungiert damit als marktformender Pionier. Im besten Fall agiert das Unternehmen eine Zeit lang sogar konkurrenzfrei.
 

Durch Technologie-Scoutings kann jedoch auch die Kooperation zwischen Hochschulen und Unternehmen gefördert werden. Im Jahr 2019 waren an deutschen Hochschulen rund 150.000 Mitarbeiter in der Forschung & Entwicklung tätig. Häufig verhelfen zwar die dabei gewonnen Erkenntnisse dem Forscher zu einem Doktortitel, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und manchmal auch Patenten. Doch darüber hinaus haben die in jahrelanger Arbeit entstandenen Ergebnisse meist wenig praktischen Nutzen. Die Lücke zwischen der Grundlagenforschung an Instituten und Hochschulen und einer industriellen Anwendung schließen so genannte Technologiescouts. Diese haben sich den Wissenstransfer von der Theorie in die Praxis zur Aufgabe gemacht.
 

 


Ein frühzeitiges Erkennen neuer Trends ermöglicht es, das Unternehmensmodell rechtzeitig zu überarbeiten und anzupassen.


 

Gerade in etablierten Unternehmen wird dieser Umstand häufig unterschätzt. Generell besteht ein Trend abnehmender Risikobereitschaft großer Unternehmen. Diese scheuen sich zunehmend in langfristige Entwicklungsprojekte zu investieren. Beispielhaft hierfür ist die Automobilindustrie.
Neue Technologien und Innovationen, die das Unternehmen entlang der eigenen Kernkompetenz bestärken, können mit Hilfe eines Technologiescoutings zwar mit einem höheren Kapitaleinsatz, aber gleichzeitig hoher Chance der Integration implementiert werden.
 

 


Die Folgen eines ungenügenden Innovationsmanagements können am Beispiel der Firma Kodak abgeschätzt werden. Kodak, einst Vorreiter im Bereich der Fotografie, setzte im schnell wachsenden Markt der digitalen Kameras auf die falschen Technologien, so dass eine spätere Insolvenz die Folge war.



 

Innovativen jungen Unternehmen und Start-ups fehlt es oft an Kapitalkraft, um mit ihren Innovationen Fuß zu fassen. Sie profitieren vom Technologiescouting, indem eine Verbindung zu namhaften Unternehmen oder Business Angels hergestellt werden kann. Überzeugt die Innovation des Start-ups mit einem nachhaltigen Business Modell, erlaubt bereitgestelltes Wagniskapital oder der Technologie-Transfer die weitere Entwicklung der Innovation.
 

Des Weiterem kann ein Technologiescouting zur Etablierung eines Kooperationsvorhabens zwischen einem Unternehmen und einem Forschungsinstitut oder einer Hochschule eingesetzt werden. Derartige Kooperationen bieten seitens der Hochschule beispielsweise die Möglichkeit, verstärkten Praxisbezug in die Ausbildung zu integrieren.

Michael Schaub

CEO, IP- und Mobility-Experte

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