4 Schritte zur Patentstrategie
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4 Schritte zur Patentstrategie

 

Februar 2020 | Strategie | Florenus

Viele Technologie-Unternehmen setzen ihren Fokus vermehrt auf Patente. Ausgeklügelte Strategien helfen ihnen dabei Unternehmenswerte zu sichern oder zu steigern. Eine Patentstrategie bietet offensichtliche Vorteile ähnlich der allgemeinen Unternehmensstrategie. Trotzdem entstehen viele Patentportfolien, insbesondere kleiner und mittelständischer Unternehmen, zufällig. Dadurch wird der spätere Handlungsspielraum, sowie der Wert des Portfolios, verringert.
 

Auch 2019 stieg die Zahl der vom EPO veröffentlichten Patentanmeldungen. Insbesondere vor diesem Hintergrund ist eine strategische Auseinandersetzung mit dieser Art von Schutzrechten für Unternehmen quasi unvermeidlich.  

 

Patentstrategie 2018 Quelle: Europäisches Patentamt (EPA)

 

Technologie-Unternehmen verfolgen mit dem Auf- bzw. Ausbau von Patentportfolien verschiedene Ziele, wie die Steigerung der Gewinnspanne, den Ausschluss der Mitbewerber vom vermarkten eigener Technologien, die Schaffung eines Lizenz- und Kollaborationsnetzwerkes, etc...
Eine auf das jeweilige Unternehmen abgestimmte Patentstrategie hilft erfahrungsgemäß bei der Umsetzung dieser Ziele. Doch wie entwicklen Unternehmen eine Patentstrategie?

 


Schritt I: Ziele & Ausrichtung


Die Umsetzung der verschiedenen Unternehmensziele kann durch den Aufbau und die gezielte Nutzung von Schutzrechten, wie Patenten, erheblich gefördert werden. Ein zugrundeliegendes Konzept hilft dabei das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Außerdem werden dadurch die Kosten minimiert, und die entsprechenden Unternehmenswerte und Kompetenzen Stück für Stück aufgebaut.

 

  • Auflistung der Unternehmensziele
  • Auflistung aller Beteiligten (Mitbewerber, Zulieferer, Kunden, etc.)
  • Ausblick über Entwicklung der Technologien/Produktlinien im Unternehmen und im Markt
  • Festlegung der Verwendungsform des Patentportfolios
    • Offensiv – Generierung zusätzlicher Einnahmen, Durchsetzung, etc.
    • Defensiv – Schutz der eigenen Lösung, Gegenklage
    • Marketing – Branchen Know-how, Einzigartigkeit, etc.

 


Schritt II: Kompetenz-Team


Die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung einer Patentstrategie involviert zwangsläufig Mitarbeiter unterschiedlicher Abteilungen. Beispielsweise können Ingenieure die technologische Neuheit einer Lösung oder deren zukünftige Entwicklung am besten beurteilen.
Wichtig: Das Team sollte sich darüber im klaren sein, dass die Umsetzung einer Patentstrategie Geduld und gewissenhaftes Vorgehen erfordert. Sobald ein Team zusammengestellt wurde, kann (je nach Wissensstand der Mitglieder) eine Schulung zur Vertiefung der Kenntnisse im Bereich (gewerblicher) Schutzrechte hilfreich sein.

 

  • Identifikation von Personal aus Management, Finanzen, Entwicklung und Innovation
  • Beauftragung externe Dienstleister (insbesondere bei kleinen Unternehmen und Start-ups)
  • Alternativ: Kombination aus internem Team und externen Dienstleistern
Tipp: Insbesondere bei der externen Analyse und Recherche von Patenten und Stand der Technik (siehe Schritt III: Analyse) kann sich die Einbindung externer Dienstleister als ressourcenschonend erweisen. Aber auch bei der Abwägung der Vor- und Nachteile der strategischen Ausrichtung (siehe Schritt I: Ziele & Ausrichtung)

 


Schritt III: Analyse


(intern)
  • Einteilung vorhandener Schutzrechte (inkl. nicht registrierter Rechte, wie Urheberrecht)
  • Identifizierung von Lösungen (Technologien / Produkten / Methoden), die geistiges Eigentum inkludieren
  • Identifizierung der Märkte für vorhandene Schutzrechte
  • Restverwertungsdauer der Lösungen mit geistigem Eigentum
  • Identifikation des geistigen Eigentums, das patentiert werden kann
  • Abschätzung der Kosten für verschiedene Patentierungsszenarien
  • Abschätzung der möglichen Verwertungs- inkl. Lizenzierungseinnahmen
(extern)
  • Suche nach Patenten im möglichen oder vorhanden Schutzbereich eigener Lösungen
  • Abschätzung möglicher entstehender Kosten, z.B. durch Schutzrechtsverletzungen

 


Schritt IV: Festlegung & Umsetzung


Ziel dieser Phase ist der Aufbau strukturierter Prozesse für die Anmeldung, Verwaltung und Verwertung der Patente.

 

  • Festlegung von Zielen, die sich einerseits an der allgemeinen Ausrichtung (offensive, defensiv, etc.), sowie an den Analyse-Ergebnissen orientieren.
  • Schrittweise Umsetzung