Was ist Technologie-Scouting?
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August 2019 | Technologie Management | Florenus

Was ist Technologie-Scouting?

Technologiescouting ist ein Teilbereich des Innovationsmanagements. Der Begriff Scouting bedeutet zu deutsch: „spähen, aufsuchen“. Technologiescouts sind Spezialisten verschiedenster Branchen. Sie suchen und identifizieren neue Trends und Innovationen zur Lösung konkreter Fragestellungen. Neben der Identifizierung innovativer oder disruptiver Technologien gehört auch die Analyse und Bewertung des Potentials sowie möglicher Einsatzbereiche einer Technologie zur Dienstleistung eines Technologiescouts. Die Identifizierung erfolgt beispielsweise durch Besuch von Fachkonferenzen oder Messen, über starke branchen- und technologieübergreifende Netzwerke, Social Media, Internetrecherche oder Beobachtung der Venture Capital Szene. Das Scouting umfasst zum einen die Recherche nach wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie die Recherche existierender Patente, zum anderen die Identifikation von Start-ups mit innovativen Geschäftsideen, die über Experten und fachspezifisches Wissen verfügen.

Technologiescouting ist durch branchenübergreifendes Denken geprägt.


Während in einer Branche Technologien oder Prozesse etabliert sein können, ist der Einsatz in anderen Branchen neu und kann dadurch neue Anwendungen ermöglichen. Auch fungieren Technologiescouts als Kontaktvermittler zwischen den Akteuren. Der Gedanke der Überführung neuer Erkenntnisse in eine Anwendung, ist nicht grundsätzlich neu, schließlich erleben wir tagtäglich, wie Innovationen das alltägliche Leben beeinflussen, dieses komfortabler oder effizienter gestalten.

In einem Umfeld, das aber von steigender Differenzierung und Komplexität der Technologien geprägt ist und immer kürzere Innovationszyklen zulässt, kommt insbesondere der systematischen Beobachtung und einem Erkennen von Potentialen in ihrer frühen Entwicklungsphase eine maßgebliche Bedeutung zu.


Was früher durch eine unternehmensinterne Entwicklungsabteilung abgedeckt werden konnte, hat sich daher mittlerweile zu einem eigenständigen Tätigkeitsfeld weiterentwickelt. Um die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens langfristig sicherstellen zu können, ist es ausschlaggebend, einschätzen zu können, welche Entwicklungen in der Zukunft gefragt sein könnten. Nimmt ein Unternehmen die Vorreiterrolle für eine neue Technologie ein, bietet dies einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Das Unternehmen fungiert damit als marktformender Pionier. Im besten Falle agiert das Unternehmen eine Zeit lang sogar konkurrenzfrei.

Ein frühzeitiges Erkennen neuer Trends ermöglicht es auch, das Unternehmensmodell rechtzeitig zu überarbeiten und anzupassen.


Gerade in etablierten Unternehmen wird dies häufig unterschätzt. Generell besteht ein Trend abnehmender Risikobereitschaft großer Unternehmen, in langfristige Entwicklungsprojekte zu investieren. Neue Technologien und Innovationen, die das Unternehmen entlang der eigenen Kernkompetenz bestärken, können mit Hilfe eines Technologiescoutings zwar mit einem höheren Kapitaleinsatz, aber gleichzeitig hoher Chance der Integration implementiert werden. Die Folgen eines ungenügenden Innovationsmanagements und mangelnden Technologiescoutings können am Beispiel der Firma Kodak abgeschätzt werden. Kodak, einst Vorreiter im Bereich der Fotografie, setzte im schnell wachsenden Markt der digitalen Kameras auf die falschen Technologien, so dass eine spätere Insolvenz die Folge war. Innovative junge Unternehmen und Start-ups, denen es an Kapitalkraft fehlt, um mit ihren Innovationen Fuß zu fassen, profitieren vom Technologiescouting, indem eine enge Vernetzung zu namhaften Unternehmen oder Business Angels hergestellt werden kann. Überzeugt die Innovation des Start-ups mit einem nachhaltigen Business Modell, erlaubt bereitgestelltes Wagniskapital oder der Technologie-Transfer die weitere Entwicklung der Innovation.

Ein Scouting-Prozess besteht aus mehreren Schritten und umfasst ein Dienstleistungspaket beginnend bei der Zieldefinition des Unternehmens bis hin zur Vertragsentwicklung zwischen den Akteuren.